Samstag, 17. Oktober 2026

Wer, wie und was möchtest du sein?

Ein Tiger ist mehr als ein paar Streifen.

Aus einem schüchternen Jungen kann für einen Moment ein brüllender Tiger werden. Ein Kind schaut in den Spiegel, richtet sich auf und traut sich, seine neue Rolle auszuprobieren. Du bringst Kinder zum Lachen. Du schenkst ihnen Aufmerksamkeit und einen Moment voller Fantasie.

Das sind Erlebnisse. Das ist Wertschätzung. Und du kannst sie mit deiner eigenen Art mitgestalten.

Vielleicht spürst du längst, dass du genau das möchtest. Aber wie findest du heraus, was in dir steckt? Wie wird aus deinen Ideen ein Auftritt, der sich nach dir anfühlt? Und wie lernst du, den Wert dessen zu sehen, was du mitbringst?

Ich möchte mit dir dein Wesen hervorzaubern: deine Stärken, deine Wärme, deinen Humor und deine Fantasie. Damit du daraus deinen eigenen Weg entwickeln kannst.

Was du von mir lernst

Seit 1995 arbeite ich als Schminkclown. Mit Farbe, einer großen Blume und meiner freundlichen Art möchte ich Kindern begegnen. Früher mochte ich Clowns selbst gar nicht besonders. Also habe ich meinen eigenen Weg gefunden: einen lieben Schminkclown, bei dem Kinder sich willkommen fühlen dürfen.

Diese Erfahrung bringe ich in den Mindset-Kurs „Wer, wie und was möchtest du sein?“ ein. Ich führe dich mit Praxisbeispielen, angeleiteten Übungen und kleinen Aufgaben von deinen ersten Gedanken zu einem persönlichen Profil und einem konkreten nächsten Schritt.

Deine Stärken. Deine Werte. Dein Auftritt.

Für den Kurs sind fünf Schritte geplant:

1. Entdecke, was dich ausmacht

Wir schauen auf Situationen, in denen dir etwas gelungen ist: Vielleicht kannst du gut zuhören, Menschen zum Lachen bringen oder Ruhe in einen aufregenden Moment bringen. Du lernst, darin deine Stärken zu erkennen und sie mit eigenen Beispielen zu benennen.

2. Mach deine Werte erlebbar

Freude, Wertschätzung, Vertrauen und Fantasie bekommen eine praktische Bedeutung. Wie begrüßt du ein Kind? Wie gibst du ihm eine Wahl? Wie lädst du zum Mitspielen ein? Ich zeige dir an Beispielen, wie deine Haltung in kleinen Gesten sichtbar wird.

Der kleine Tiger darf brüllen. Er darf aber auch leise bleiben. Wertschätzung heißt für mich, das Kind wahrzunehmen und sein Tempo zu respektieren. So entsteht Raum, in dem es sich ausprobieren kann.

3. Erkenne deinen Wert und deinen Beitrag

Zu deinem Können gehören auch deine Vorbereitung, Aufmerksamkeit, Geduld und Erfahrung. Du sammelst, was du bereits mitbringst und was du noch lernen möchtest. Daraus formulierst du, was Menschen bei dir erleben können – in deinen eigenen Worten.

Dein Wert als Mensch hängt dabei weder von einem perfekten Motiv noch vom Beifall anderer ab. Du darfst lernen und gleichzeitig wertvoll sein.

4. Gib deinen Zielen eine Richtung

Möchtest du Kindern in deinem Umfeld Freude schenken oder auf Veranstaltungen arbeiten? Du entscheidest, für wen du da sein möchtest und was zu deinem Alltag passt. Aus einer großen Idee wird ein erreichbares erstes Ziel mit einem konkreten nächsten Schritt.

5. Bring deine Persönlichkeit ins Spiel

Clown, Fee oder du selbst im bunten T-Shirt: Aus deinen Stärken, Werten und Zielen entwickelst du deinen Auftritt. Du probierst eine Begrüßung, deine Stimme und ein Kleidungsdetail aus. Mit einer kurzen Vorstellung übst du, zu zeigen, wer du bist und was du schenken möchtest.

Was du dir im Kurs erarbeitest

  • Ein persönliches Profil mit deinen Stärken, deinen Werten und der Wirkung, die du dir wünschst.
  • Eine klare Vorstellung davon, für wen du da sein möchtest und welche Erlebnisse du ermöglichen willst.
  • Eine kurze Vorstellung in deinen eigenen Worten und eine Idee für deinen Auftritt.
  • Ein erreichbares erstes Ziel und einen nächsten Schritt, den du ausprobieren kannst.

Geplant sind angeleitete Übungen mit meinen Praxisbeispielen, Arbeitsblätter und eine geführte Audio-Reise ans Meer. Sie gibt dir Ruhe, um bei dir anzukommen und deine Antworten zu sammeln. Die kleinen Praxisaufgaben helfen dir, daraus etwas Sichtbares zu machen.

Werde unperfekt perfekt. Du darfst mit deiner eigenen Art anfangen und sie beim Üben weiterentwickeln.

Dein Einstieg: 69 € einmalig

Der Mindset-Kurs begleitet deinen kreativen Einstieg in die Schminkclown Akademie. Im Vorlagenkurs „Facepainting – dein Start“ lernst du, eigene Schminkvorlagen zu gestalten und darauf zu üben. Hier stehen deine Persönlichkeit, deine Werte, deine Ziele und dein Umgang mit Menschen im Mittelpunkt.

Der Mindset-Kurs und die Audio sind in Vorbereitung. Du kannst dein Interesse bereits unverbindlich anmelden. Vor einer Buchung erhältst du alle Informationen zu Umfang, Zugang und Kursstart.

Zum Mindset-Kurs für 69 € →

Liebe sonnige Grüße
Deine Manuela

Mittwoch, 7. Oktober 2026

Warzen und kleine Hautveränderungen – was du vor einer Entfernung wissen solltest

Vielleicht ist es nur eine kleine Stelle. Trotzdem fällt dein Blick immer wieder darauf. Sie stört dich beim Eincremen, bleibt an der Kleidung hängen oder fühlt sich unangenehm an.

Und irgendwann fragst du dich: Kann ich das entfernen lassen?

Für mich gehört das genaue Hinschauen dazu. Denn bevor es um eine Behandlung geht, sollte geklärt sein: Was ist diese Hautveränderung eigentlich?

Nicht jede kleine Erhebung ist eine Warze

Gewöhnliche Warzen entstehen durch bestimmte humane Papillomviren, kurz HPV. Sie kommen beispielsweise an Händen und Füßen vor. Manche sind rau und erhaben, andere eher flach. An den Fußsohlen können sie beim Gehen schmerzen.

Viele Warzen verschwinden von selbst – manchmal braucht das allerdings Monate oder Jahre.

Was umgangssprachlich „Warze“ genannt wird, kann aber auch etwas anderes sein. Sogenannte Alterswarzen sind keine virusbedingten Warzen. Auch kleine Hautanhängsel, sogenannte Fibrome, gehören zu einer anderen Art von Hautveränderung.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil nicht jede Stelle auf dieselbe Weise behandelt werden sollte.

Erst abklären, dann entscheiden

Eine neue, dunkle oder sich verändernde Hautstelle sollte vor einer kosmetischen Entfernung dermatologisch untersucht werden. Das gilt besonders, wenn sie schnell wächst, blutet, mehrere Farben zeigt oder ungewöhnlich aussieht.

Manchmal ist eine Gewebeuntersuchung notwendig. Deshalb sollte eine unklare Hautveränderung nicht einfach abgetragen werden.

Für mich gehört eine sorgfältige Vorabklärung zu einer guten Entscheidung. Du sollst verstehen können, welche Möglichkeiten es gibt und was für deine Haut sinnvoll ist.

Welche Rolle spielt der planoplas® Plasma Pen?

Der planoplas® Plasma Pen arbeitet mit ionisiertem Gas und überträgt Energie punktuell auf die Haut. Diese Technologie wird für verschiedene ästhetische Hautbehandlungen eingesetzt.

Ob eine bestimmte Hautveränderung damit behandelt werden kann, hängt unter anderem von der gesicherten Diagnose, ihrer Lage und den vorgesehenen Einsatzmöglichkeiten des verwendeten Geräts ab.

Eine Plasma-Behandlung ist deshalb keine pauschale Lösung für jede Warze oder jede störende Hautstelle.

Für virusbedingte Warzen gibt es etablierte Behandlungsmöglichkeiten, beispielsweise Salicylsäure oder die Vereisung mit flüssigem Stickstoff. Welche Methode geeignet ist, sollte individuell geklärt werden. Warzen können auch nach einer Behandlung wiederkommen.

Auch die Nachpflege gehört dazu

Eine punktuelle Behandlung kann eine kleine Wunde hinterlassen. Die Haut braucht anschließend Zeit und die passende Pflege.

Je nach Verfahren können Rötungen, Schwellungen oder Krusten entstehen. Auch Narben und Veränderungen der Hautfarbe sind möglich. Vor einer Behandlung solltest du wissen, welche Reaktionen zu erwarten sind und wie du die Stelle während der Heilung pflegst und vor Sonne schützt.

Deine Fragen dürfen Raum bekommen

Wenn dich eine Hautveränderung stört, darfst du dich über die Möglichkeiten einer Entfernung informieren.

Dabei müssen nicht sofort alle Antworten feststehen. Wichtig sind zunächst die richtigen Fragen:

Was ist diese Stelle? Braucht sie eine ärztliche Abklärung? Welche Behandlung kommt infrage? Und welches Ergebnis ist realistisch?

Wenn du dich für eine Behandlung mit dem planoplas® Plasma Pen interessierst, melde dich gerne bei mir. Wir besprechen dein Anliegen und klären, welche Vorabklärung wichtig ist.

Liebe sonnige Grüße

Deine Manuela

Quellen und weitere Informationen:

https://www.nhs.uk/conditions/warts-and-verrucas/

https://dermnetnz.org/topics/viral-wart

https://dermnetnz.org/topics/seborrhoeic-keratosis

https://planoplas.de/planoplas-behandlung

Montag, 5. Oktober 2026

Wie sprichst du mit dir selbst? Eine Einladung zu mehr Freundlichkeit

Manchmal beginnt ein anstrengender Tag schon mit einem Satz: „Das schaffe ich heute nicht.“ Oder: „Bei mir geht das immer schief.“


Vielleicht kennst du das. Gerade wenn du müde bist oder viel von dir verlangt wird, klingt deine innere Stimme manchmal strenger, als du mit einem lieben Menschen sprechen würdest.


Ich möchte dich heute einladen, einmal hinzuhören.


Ein Moment ist kein Urteil über dich


Zwischen „Heute fällt mir das schwer“ und „Ich kann das einfach nicht“ liegt ein Unterschied. Der erste Satz beschreibt eine Situation. Der zweite klingt, als wäre schon alles entschieden.


Vielleicht braucht es heute keinen besonders positiven Satz. Vielleicht braucht es einen genaueren: „Ich bin gerade erschöpft.“ „Bei dieser Aufgabe bin ich unsicher.“ „Ich weiß noch nicht, wie ich anfangen soll.“


Von dort aus kannst du fragen: Was brauche ich jetzt?


Deinen Körper ernst nehmen


Auch bei Sätzen über deinen Körper lohnt sich dieses Innehalten. Was spürst du tatsächlich? Was befürchtest du? Und was ist bereits fachlich geklärt?


Beschwerden sind real und verdienen Aufmerksamkeit. Du musst sie nicht wegdenken. Neue, anhaltende oder unklare Beschwerden solltest du medizinisch abklären lassen.


Du darfst deinem Körper trotzdem mit einer freundlichen Haltung begegnen: „Ich möchte herausfinden, was mir guttut und welche Unterstützung ich brauche.“


Eine kleine Übung für diese Woche


Wenn du einen strengen Satz bemerkst, halte kurz inne. Schreib ihn auf, wenn du magst.


Frage dich dann:

Was beschreibt dieser Satz genau?

Was weiß ich – und was nehme ich gerade an?

Wie könnte ich es ehrlich und etwas freundlicher ausdrücken?


Aus „Ich muss alles allein schaffen“ könnte werden: „Ich darf mir Unterstützung holen.“

Aus „Ich bin nicht gut genug“ könnte werden: „Hier möchte ich noch etwas lernen.“

Aus „Ich kann nichts mehr“ könnte werden: „Heute brauche ich Erholung.“


Wähle eine Formulierung, die für dich stimmt. Ein „noch“ passt beim Lernen manchmal gut. Bei einer echten Grenze darfst du aber auch sagen: „Das kann oder möchte ich nicht.“


Die Verbindung zu meiner Arbeit bei Meerveda


In meinen Entspannungs- und Hypnoseangeboten haben innere Bilder und eine achtsame Sprache ihren Platz. Mir ist wichtig, dass du dabei selbst entscheiden und wahrnehmen darfst, was für dich passend ist.


Du musst nichts erzwingen und keine bestimmte Stimmung herstellen. Vielleicht entsteht einfach ein Moment, in dem du dich selbst wieder etwas freundlicher wahrnimmst.


Welchen Satz möchtest du diese Woche genauer anschauen? Du kannst die Antwort ganz für dich behalten.


Herzlich

Deine Manuela

Meerveda

Warum ich Schminkclown wurde – Masken und das Kostüm, das mir Mut macht

Im letzten Beitrag habe ich dir von dem schüchternen Jungen erzählt, den ich in einen Tiger verwandelt habe. Dieser Moment gehört zu meiner Geschichte. Aber hinter meinem Wunsch, Menschen zu verwandeln, steckt auch meine eigene Verwandlung.

Ich habe mich viel mit Masken beschäftigt. Was passiert mit uns, wenn wir eine Maske tragen? Was können wir hinter ihr verbergen? Und was trauen wir uns plötzlich, wenn wir für einen Moment jemand anderes sein dürfen?

Eine Maske kann schützen. Sie schafft Abstand zwischen uns und den Blicken der anderen. Gleichzeitig kann sie uns ermöglichen, etwas von uns zu zeigen, das sonst verborgen bleibt.

Die Geschichte mit meiner Lieblingsmaske

In meinen alten Notizen habe ich eine Geschichte dazu aufgeschrieben: Mit der Lieblingsmaske ist es ein bisschen wie mit der Suche nach einem Menschen, mit dem man sein Leben teilen möchte. Wenn man ihn gefunden hat, hört die Suche vielleicht auf.

Aber mich fasziniert gerade die Reise. Die Suche. Die Geschichte hinter jeder möglichen Verwandlung.

Deshalb tue ich mich schwer, eine einzige Lieblingsmaske zu benennen. Mich interessiert, was ein Mensch in dieser Figur sieht. Warum gerade sie? Was verbindet er mit ihr? In welche Welt möchte er reisen?

Diese wenigen Minuten, die ich beim Schminken mit einem Menschen habe, sind deshalb so wichtig. Es geht um Begegnung und Kommunikation. Um das Zuhören. Und darum, einem eigenen Wunsch Raum zu geben.

Ich frage: „In was möchtest du dich verwandeln? Was wolltest du schon immer einmal sein?“

Manchmal haben die Erwachsenen, die ein Kind begleiten, schon eine ganz genaue Vorstellung. Sie schlagen ein Motiv vor oder wünschen sich bestimmte Farben. Dann nehme ich mir bewusst Zeit und lasse das Kind selbst überlegen.

Mit ruhiger Stimme frage ich noch einmal: „In was möchtest du dich verwandeln? In welche Welt möchtest du reisen?“

Und oft kommt etwas ganz anderes, als die Erwachsenen erwartet haben. Plötzlich entsteht eine Geschichte. Ein Märchen. Eine Reise in eine andere Welt.

Das ist für mich die Kunst des Verwandelns: einen Impuls geben und dem Menschen Zeit lassen, seinen eigenen Wunsch zu entdecken. Das gilt für Kinder und genauso für Erwachsene.

Und während ich anderen diese Möglichkeit gebe, erkenne ich auch meinen eigenen Weg darin: vom schüchternen, zurückgezogenen Mädchen zum Schminkclown.

Mein Interesse am Clown

Ich mag nicht jeden Clown. Manche haben mir sogar ein bisschen Angst gemacht. Ich habe sie skeptisch betrachtet und wollte trotzdem verstehen: Warum ist der Clown so, wie er ist? Warum wirkt er manchmal traurig, obwohl er andere zum Lachen bringt?

In der klassischen Clownstradition gibt es zwei unterschiedliche Figuren: den Weißclown und den sogenannten dummen August.

Der Weißclown steht für Ordnung, Eleganz und Autorität. Er weiß, wie etwas gemacht werden soll. Alles soll richtig sein.

Der August bringt diese Ordnung durcheinander. Er ist verspielt, macht Fehler, widerspricht und probiert etwas aus. Nicht alles gelingt ihm. Und trotzdem geht das Spiel weiter.

Diese beiden Seiten beschäftigen mich. Denn ich kenne dieses Bedürfnis, alles richtig zu machen. Und ich kenne die vielen Gedanken: Was denken die anderen? Was ist, wenn ich einen Fehler mache? Was ist, wenn sie über mich lachen?

Das Kostüm, das mir Mut macht

Mit zwölf Jahren habe ich etwas erlebt, das mir das Sprechen schwer gemacht hat. Ein Erwachsener überschritt meine Grenzen und setzte mich unter Druck, nichts zu erzählen. Die Einzelheiten möchte ich hier für mich behalten. Aber dieses Schweigen gehört zu meinem Weg.

Bei meiner Schulabschlussfeier sollte ich eine Abschlussrede halten. Ich musste auf eine kleine Erhöhung steigen und ans Mikrofon treten. Mir blieb regelrecht das Herz im Hals stecken. Ich konnte kaum sprechen und dachte: Alle lachen über mich.

Später lernte ich bei Bettina vom Schminktopf in Freiburg das Facepainting. Im Hansa-Park führte ich die Gesichtsbemalung weiter. Dort musste ich auf Menschen zugehen. Aber genau das war für mich eine Herausforderung.

Schminkclown zu sein, war für mich eine Rettung.

Ich konnte mich hinter dem Kostüm verstecken und gleichzeitig mehr aus mir herauskommen. Ich war noch immer ich, aber in einer anderen Rolle. Das machte einen Unterschied.

Beim Clown darf das Lachen dazugehören. Ich darf verspielt sein. Ich muss nicht alles richtig machen.

Mein Schminkclown ist meine eigene Form davon geworden. Ich möchte freundlich auf Menschen zugehen, sie schminken und verwandeln. Und dabei passiert auch etwas mit mir.

Das Kostüm ist ein Schutz. Und es macht mir Mut.

Meine eigene Verwandlung geht weiter

Aber ich wollte auch lernen, als ich selbst vor Menschen zu stehen und zu sprechen.

Deshalb habe ich mich ganz bewusst mit Kommunikation beschäftigt, meine Train-the-Trainer-Ausbildung gemacht und mich als Dozentin beworben. 2010 begann ich in der Erwachsenenbildung, unterrichtete Kommunikation und beschäftigte mich mit Prävention am Arbeitsplatz. Diese Ausbildungen gehörten neben meinen ganzheitlichen Ausbildungen zu meinem Weg.

Ich unterrichtete also Kommunikation – und gleichzeitig war das Sprechen vor Erwachsenen meine eigene große Herausforderung.

Das Wissen war da. Und trotzdem waren da diese vielen Gedanken und Zweifel.

Auch als Zumba-Trainerin kannte ich das. Lange habe ich nur mit Kindern gearbeitet. Hier an der Ostsee habe ich mich dann getraut, auch Erwachsene anzuleiten.

Ich habe mir neue Erfahrungen ermöglicht. Schritt für Schritt. In meinem Tempo. Nicht jede Erfahrung musste perfekt sein. Aber ich durfte erleben: Ich kann sprechen. Ich kann vorne stehen. Meine Stimme darf gehört werden.

Heute begleite ich auch Erwachsene in meiner Praxis. Trotzdem fällt es mir nicht in jeder persönlichen Situation leicht, meine eigenen Worte zu finden. Vor einer Gruppe zu sprechen und unter Druck für mich selbst einzustehen, sind für mich unterschiedliche Herausforderungen.

Auch in meinen späteren Beziehungen gab und gibt es Situationen, in denen mir das Sprechen schwerfällt. Besonders dann, wenn ich mich unter Druck gesetzt fühle. Dann kommt dieser Gedanke: Ich möchte weg. Und ich kann nicht mehr reden, obwohl ich eigentlich etwas sagen möchte.

Meine eigene Verwandlung ist also nicht abgeschlossen. Auch ich lerne weiter, meiner Stimme Raum zu geben, meine Grenzen auszusprechen und wahrzunehmen, was ich dafür brauche.

Was ich später in meiner Hypnoseausbildung verstanden habe

Anfangs habe ich es nicht gemerkt. Irgendwann, als ich die Hypnoseausbildung gemacht habe, sagte mein Ausbilder: Das, was du mit den Kindern gemacht hast, sie in andere Welten versetzt, ist auch Hypnose. Aus einem schüchternen Jungen hast du einen wilden Tiger gemacht.

Das habe ich mir immer gedacht. Ich verwandle …

Und dabei geht es für mich um Kinder und Erwachsene. Während ich andere Menschen begleite, verwandle auch ich mich weiter.

Deshalb bedeutet „ICH MÖCHTE VERWANDELN …“ für mich so viel. Es verbindet meine Arbeit mit meinem eigenen Weg.

Und wenn ich zurückblicke, frage ich mich: Wie viel Zeit habe ich mit Zweifeln verbracht? Wie oft habe ich mich in Gedanken zurückgehalten, bevor ich überhaupt angefangen hatte?

Ich kenne diese Zweifel. Sie gehören zu meiner Geschichte. Aber sie müssen nicht jeden nächsten Schritt bestimmen.

Darüber möchte ich im nächsten Beitrag schreiben: über Zweifel, Hypnose und den Weg, der eigenen Stimme wieder mehr zu vertrauen.

Liebe sonnige Grüße

Deine Manuela

Zum Hintergrund der Clownsfiguren: Die Gegenüberstellung von Weißclown und August beschreibt auch Federico Fellini. Nachzulesen beim Fellini-Museum: https://fellinimuseum.it/en/i-clowns/

Samstag, 3. Oktober 2026

„Hey, ich mache aus dir einen Tiger.“ – Mein Schlüsselmoment

Und dann kam dieser eine Kindergeburtstag.

Ein Mädchen hatte Farben da und sagte zu mir: „Bitte mal mir doch etwas auf den Arm.“

Also malte ich ihr etwas auf den Arm.

Die anderen fanden es toll.

Aber da war auch ein Junge. Ein schüchterner Junge, der etwas abseits saß. Die Mädchen spielten miteinander und er gehörte irgendwie nicht richtig dazu.

Ich kannte dieses Gefühl.

Also ging ich zu ihm und sagte: „Hey, ich mache aus dir einen Tiger.“

Er sagte: „Okay.“

Ich schminkte ihn. Erst weiß dann Orange und dann die feinen Linien..

Als ich fertig war, hielt ich ihm den Spiegel hin.

Und dann passierte etwas, das ich bis heute vor mir sehe.

Seine Pupillen wurden groß.

Und plötzlich brüllte er und sprang auf. 

Aus dem schüchternen Jungen war in diesem Moment ein richtiger Tiger geworden.

Die Mädchen schrien auf, er brüllte noch einmal und rannte hinter ihnen her. Und plötzlich rannten wir alle gemeinsam hinaus in den Garten, zwischen die Apfelbäume. Wir kreischten, tobten, versteckten uns und spielten.

Und sogar ich machte mit.

Ich, die sonst so viel beobachtete und nachdachte, war plötzlich mittendrin.

Am Abend kamen die Eltern, um ihre Kinder abzuholen, und sagten: „Meine Güte, wie schön die miteinander spielen!“

Ich war super glücklich.

Nicht nur, weil den Kindern meine Schminkerei gefallen hatte.

Sondern weil durch ein bisschen Farbe etwas passiert war: Ein Kind, das vorher am Rand saß, gehörte plötzlich dazu.

Das war einer meiner ersten wirklichen Schlüsselmomente - 

ICH MÖCHTE VERWANDELN...

Fortsetzung folgt: Warum ich Schminkclown wurde – das Kostüm, das mir Mut macht.

Liebe sonnige Grüße

Deine Manuela

Wer, wie und was möchtest du sein?

Ein Tiger ist mehr als ein paar Streifen. Aus einem schüchternen Jungen kann für einen Moment ein brüllender Tiger werden. Ein Kind schaut ...