Und dann kam dieser eine Kindergeburtstag.
Ein Mädchen hatte Farben da und sagte zu mir: „Bitte mal mir doch etwas auf den Arm.“
Also malte ich ihr etwas auf den Arm.
Die anderen fanden es toll.
Aber da war auch ein Junge. Ein schüchterner Junge, der etwas abseits saß. Die Mädchen spielten miteinander und er gehörte irgendwie nicht richtig dazu.
Ich kannte dieses Gefühl.
Also ging ich zu ihm und sagte: „Hey, ich mache aus dir einen Tiger.“
Er sagte: „Okay.“
Ich schminkte ihn. Erst weiß dann Orange und dann die feinen Linien..
Als ich fertig war, hielt ich ihm den Spiegel hin.
Und dann passierte etwas, das ich bis heute vor mir sehe.
Seine Pupillen wurden groß.
Und plötzlich brüllte er und sprang auf.
Aus dem schüchternen Jungen war in diesem Moment ein richtiger Tiger geworden.
Die Mädchen schrien auf, er brüllte noch einmal und rannte hinter ihnen her. Und plötzlich rannten wir alle gemeinsam hinaus in den Garten, zwischen die Apfelbäume. Wir kreischten, tobten, versteckten uns und spielten.
Und sogar ich machte mit.
Ich, die sonst so viel beobachtete und nachdachte, war plötzlich mittendrin.
Am Abend kamen die Eltern, um ihre Kinder abzuholen, und sagten: „Meine Güte, wie schön die miteinander spielen!“
Ich war super glücklich.
Nicht nur, weil den Kindern meine Schminkerei gefallen hatte.
Sondern weil durch ein bisschen Farbe etwas passiert war: Ein Kind, das vorher am Rand saß, gehörte plötzlich dazu.
Das war einer meiner ersten wirklichen Schlüsselmomente -
ICH MÖCHTE VERWANDELN...
Fortsetzung folgt: Warum ich Schminkclown wurde – das Kostüm, das mir Mut macht.
Liebe sonnige Grüße
Deine Manuela
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